Die Geschichte der Firma Wintermantel
Möchte man Informationen über die Geschichte der kleinen "Wintermantel-Uhren" aus Triberg im Schwarzwald finden, stellt man ganz schnell fest, dass die bestehende Informationslage mehr als dürftig ist. Anscheinend wurde sehr wenig dazu geforscht und es ist allgemein wenig bekannt, obwohl sich die Uhren und der Hersteller der Werke, nämlich eben Wintermantel Triberg fast weltweit etabliert hatten. Eine umfangreichere Aufarbeitung mit zusätzlich vielen tollen technischen Erklärungen liefert Andreas Kelz mit seinem Beitrag Wintermantel: Miniatur Uhren aus dem Schwarzwald
Aber weiter: Die hergestellten Wintermantel Werke wurden unter dem eigenen Label vertrieben, aber auch an andere Hersteller und Verkäufer vermarktet, sodass sich unter so manch einem anderen Hersteller Namen, ein Wintermantel Laufwerk versteckt. Siehe die Uhren, der Firma Herr zum Beispiel. Entfernt man den Deckel der Werke, stellt man oft west das solche Werke nicht mit dem Wintermantel Logo graviert sind, sondern gar keine Gravur haben.
Das es zu Falschinformationen, im Bezug auf die Firma Wintermantel / Triberg kam, liegt vor allen daran, dass bedingt durch eine Namensgleichheit von gewissen Inhabern verschiedener Firmen in Triberg, allerdings zu verschiedenen Zeiten, zur späteren Vermischung der Firmengeschichten kam.
Die Verwechslung der oben genannten Firmen aus Triberg bestand in der Wintermantel & Schatz., welche schon 1881 von Gerson Wintermantel zusammen mit fünf Partnern gegründet wurde und der 1924 gegründeten Uhrenfabrikation Albert Wintermantel. Selbiger 42 jährige Albert Wintermantel hatte nichts zu tun mit dem oben genannten Gerson Wintermantel.

Bedingt durch die Namensgleichheit kam es hier wohl zur Verwechslung oder Verstrickung der unterschiedlichen Firmengeschichten, die bis heute fortgesetzt falsch weitergereicht wurde.
Von 1924 bis 1927 verbesserte Albert Wintermantel die kleinen 1-Tage Werke. Diese kleinen 1-Tageswerke, welche seit 1927 fast unverändert bis heute produziert werden, sind die bekanntesten Werke, welche sich in den kleinen Nipp- oder Miniatur Ührchen verstecken. Hier wurde auf ein Produkt gezielt, welches als touristisches Mitbringsel oder aber als Spielzeug gekauft werden sollte.
Dementsprechend niedrig im Preis und bunt in der Vielfalt präsentierten sich die Uhren. Emallieschilder, Holzschilder, Blechschilder waren die Wahl der Hersteller. Szenen der Klassik, Bergansichten, Waldansichten sowie die Nachbildungen von großen Kuckucksuhren gehörten unter anderem zum Reportoir. Erst viel später wurden die kleinen Uhren zu einer Art "Kult Artikel". Vermutlich mehere hundert verschiedene Schilder wurden über die Jahrzehnte hergestellt und verkauft. Wobei es beachtlich ist, dass bestimmte Schilder sich immer wieder durchsetzten und bis heute ihre Freunde finden und dies bei verschiedenen Herstellern.


Das Schild "Alpenblumen", hier in der Herr Uhren Ausführung. Annähernd nicht zu unterscheiden von der Wintmantel Ausführung "Alpen".
Während des 2. Weltkriegs ruhte die Uhrenproduktion der Uhrenfabrikation Albert Wintermantel / Triberg und startete aber 1945 sofort wieder durch (siehe das seltene Katalogblatt aus der Sammlung J. Renz). Hier gab es wohl mit den Soldaten der Besatzungszeit willige Abnehmer für die kleinen Uhren aus dem Schwarzwald. Diese Uhren findet man bis heute verstärkt bei Versteigerungen in den USA oder anderen Ländern.
1949 verstarb dann der Firmengründer Albert Wintermantel und seine Söhne Otto Wintermantel und Eugen Wintermantel übernahmen das Ruder. Es wurde umfirmiert und die Firma änderte den Namen in Gebrüder Wintermantel oHG. 1954 erweiterte die Gebr. Wintermantel oHG ihr Angebot um 8-Tage Werke. Teils mit Schlag alle Viertelstunde.
Bis zum Tod von Otto Wintermantel im Jahr 1979 wurden die kleinen Miniatur Uhren in Triberg produziert. Mit dem Ableben von Otto Wintermantel und einer gescheiterten Veräußerung der Firma, übernahm 1981 die Caritas Freiburg die Produktion der kleinen schönen Uhren. Die Uhren werden dort immer noch unter dem Namen Wintermantel hergestellt und veräußert. Das Angebot ist sehr klein geworden, aber die Uhren existieren noch und die 1-Tageswerke werden noch genauso produziert wie 1927.
Quelle: Sammlung J. Renz

